Freitag, 8. September 2017

Rauf und runter – 08.September 2017

Zeit Abschied zu nehmen von unserem Holzhäuschen und Gastgebern. Wir packten in aller Ruhe früh unserer sieben Sachen und die Rucksäcke. Was da nicht alles rein musste für die nächsten zwei Tage. Schlafsack und Schlafmatte, Zelt, Essen und Kochgeschirr, Wasser, Bier, Wein, warme Sachen, Lampen und allerlei Krimskrams. Die beiden "Dicken" hatten ein ordentliches Gewicht. Alles wurde verstaut und für uns ging es zum Prislop Pass, den ja bekanntlich die Taxifahrer verweigert hatten. Schon das war ein Abenteuer, Baustellen an Baustellen. Steil, wenn auch in Serpentinen bergauf hielten eigentlich nur die Schlaglöcher die Straße zusammen, übrigens die vignettenpflichtige Nationalstraße  Drum național 18. Wenn es nicht so gerüttelt hätte, hätten wir wahrscheinlich nur laut gelacht. Voll konzentriert musste Axel schon bleiben aber nach langsamer Fahrt über viele Kilometer kamen wir doch an. 
schon wieder keine Socken an 
Staatsstraße
Strabag ist auch überall
geht schon irgendwie
Die Zufahrt zum Kloster, an dem wir das Auto abstellen wollten, war noch einmal ne Herausforderung aber dann stand dem ersten Abschnitt der Wanderung nichts im Weg. Das Kloster ist irgendwie auch noch nicht so recht fertig. An der Seite des Parkplatzes sind fast alle Nischen mit Heiligenbildern geschmückt, auf der anderern Seite sind sie kahl. Mönche sahen wir keine, aber es scheint bewohnt zu sein. Uns dudelten irgendwelche Choräle aus den Lautsprechern der Kirche entgegen, zwei Hunde kamen mal gucken ob wir was leckeres zu Essen haben und wir schnürten die Schuhe fest. Na schwer der Rucksack? NAAAAAAIN, wie kommste darauf? Nur gemächlich ansteigend ging es nun los. Nach ca 2 Kilometern saß der Rucksack endlich so wie er sollte und auch die Stöcke hatten die richtige Länge. 
das Chaos bitte wegdenken
Zufahrt
Wohnbereich
letzte Kontrolle
Allein auf weiter Flur konnten wir den Gedanken nachhängen und rein vom Blick her zwischen Maramures und Bukowina wechseln. Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir auf kaum einen Menschen auch wenn es hier oben schon besser touristisch erschlossen war. Ziel war eigentlich ein Wasserfall, der Cascada Cailor bevor wir zu einem Bergsee wandern wollten, an dem die Übernachtung geplant war. An einem Wegweiser entschieden wir uns aber nicht den einfachen Weg zu gehen, das wären einige Kilometer mehr gewesen, erst zum Bergstation der Seilbahn und dann hinab auf langweiligen Weg. So bestaunten wir erst die Pferde, die völlig frei an einem Wasserloch standen und liefen dann weiter. Auch ein anderer Weg sollte zum Wasserfall führen. Bald legten wir versteckt zwischen Bäumen die Rucksäcke ab und machten uns auf einen sehr sehr sehr steilen Abstieg. Nach wenigen Metern ging der mir in die Knie und Füße aber tapfer kämpfte ich mich weiter. 
gut ausgeschildert alles
völlig unbeeindruckt von Menschen
Abwärts
Ausblicke
Getier
allein auf weiter Flur
Nach einer halben Stunde Abstieg hatten wir gerade mal 200 m Höhe verloren und in etwa das gleiche lag noch vor uns. Orr nee ich will nicht mehr, dass müssen wir alles wieder hoch. Linker Hand taten sich Felsen mit einer Höhle auf. Lass uns dort hin gehen und den Cache suchen und dann umdrehen. Gesagt getan, wenn ich auch eher schlich als lief. Das lag aber am Schotterfeld, mit dem ich ja letztes Jahr keine guten Erfahrungen gemacht hatte. Heile kamen wir an der Höhle an und fanden auch den Cache. Nach einem kurzen Aufenthalt starteten wir den Aufstieg. Ich hab vor lauter Schnaufen gar nichts anderes mehr gehört. Ziemlich ko nach insgesamt schon 450 Höhenmetern kam ich wieder an den Rucksäcken an. Trinkpause und dann weiter zum See.
Blick zur Höhle
Blick aus der Höhle
sitzen fetzt
find ich auch
Wir informierten uns noch an der Tafel zum Verhalten im Nationalpark Rodnagebirge und liefen dann gemütlich zum Ziel.  Malerisch in Felsen gebettet liegt der Lacul Stiol und noch war Sonne am Himmel zu erkennen. Wir bauten das Zelt auf und holten Wasser um zu kochen. Dank Fertigessen aus Deutschland wurden wir satt und zufrieden. Den „Abwasch“ und das restliche Essen bärensicher verstauen übernahm dann Axel. Leider war die Sonne nun weg und Wind kam auf. Es wurde kalt, eiskalt und schnell dunkel. Vor Jahren hab ich mir mal Skiunterwäsche gekauft, warum wusste ich bis zu diesem Tag nicht – ich fahre kein Ski – aber Axel hatte angewiesen warme Sachen mitzunehmen und an diesem Abend kam sie endlich zum Einsatz. Da wir draußen gar nicht so schnell zittern konnten wie wir froren, ging es halb neun ins Bett. Geschlafen haben wir hervorragend, die Schlafsäcke waren schön kuschelig.
Nachtlager
my tent is my castle
Nudeln in Pilzsoße, Maggi
ich liebe es
Chefin, ich hab den Küchendienst erledigt

Kommentare:

  1. Ach du meine Güte, exakt dort hab ich vor ca. 30 Jahren übernachtet. Im Zelt. Mit Clemens. Wir waren jung und sprangen zum Abwasch auch noch in den eiskalten See. Über alles Weitere schweige ich lieber. ;-)

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  2. Das ist ja herrlich. Mensch, dann fahrt mal nach Rumänien und zeige Andre die Stätten deiner Jugend.

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