Mittwoch, 23. Juli 2014

Am Teufelsstein - 20.Juli

Nach einer erholsamen Nacht erwachten wir gegen halb Acht bei blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein und einem leichten Lüftchen. So konnten wir nach dem Brötchen holen wieder gemütlich frühstücken und den Tag in Ruhe beginnen. Gemeinsam schmiedeten wir den Tagesplan, packten ein und nahmen noch schnell die Koordinaten des Übernachtungsplatzes auf. 
Es ist doch wirklich hübsch hier
Über kleine Bergstraßen durch malerische böhmische Dörfer, vorbei an Wiesen und Wäldern ging es in Richtung Johanngeorgenstadt. Einen Cache auf böhmischem Gebiet musste aber noch sein. Die Dreckschänke in Breitenbach (Potůčky) wollten wir unbedingt noch sehen. Weithin bekannt - nicht nur durch Anton Günthers Lied von der Draakschänk – gammelt dieses ehemalige Gasthaus nun vor sich hin. Sogar das Namensschild ist weg.
ohne Schild - das war sie mal die Draakschänk

Kurz vorm Grenzübertritt gönnten wir uns noch ein Bier und ich mir eine Übergangsjacke. Ich kann ja nichts dafür wenn ich über den Markt gelotst werde.  Zum allerersten Mal in meinem Leben habe ich nicht den geforderten sondern einen runtergehandelten Preis gezahlt. Nun ging es aber ab zum Wanderparkplatz und dann ins Steinbachtal. Als ich den Rucksack schulterte machte sich der Muskelkater bemerkbar. Auf kürzestem Weg ging es zum Teufelsstein und dem Teufelssteinmassiv. Diese stehen unerwartet an einem Bach, man läuft und läuft und sieht eigentlich nichts, bis sie sich vor einem auftun. Als ich das Tagesziel sah bekam ich schon leichtes Muffensausen. Ganz schön hoch das Teil, Talseite in etwa 28m. Will ich da wirklich rauf? Klar will ich. Zuerst jedoch hieß es, eine Vorrichtung zum Bierkühlen im Bach zu bauen, schließlich ist bei den Temperaturen Durst schlimmer als Heimweh und wer mag schon gern warmes Bier trinken. Dann wurden die Füße in die Kletterschuhe gequält und los ging es. 
da hoch
Der erste Part bis zu einem Hochplateau war für Mispi ein Kinderspiel und ging ungesichert. Aber Winnie musste sich versteigen, immer diese Extrawürste… Dann jedoch wurde es kniffeliger. Was war ich froh das es noch einmal eine Stelle zum Nachholen gab. So hatte ich guten Rat und Motivation nur zwei Meter über mir, schließlich musste ich um eine Ecke rum. Geschafft, nun war es nicht mehr weit zum Gipfel und vor mir taten sich feine Spalten auf in die ich Hand und Arm klemmen konnte und im Notfall mal ein Knie. Nur das unter mir auf der Talseite andere Leute unterwegs waren irritierte mich kurz. Mit den letzten Kraftreserven ging es zum Gipfelbuch. Ein kurzer Schwatz und das übliche Berg heil, dann wurde mal geguckt ob das Seil überhaupt bis unten reicht. Na klar reicht es, und erstaunlicher Weise ohne Zicken ging es für mich nach unten. Eine feine Sache war das und das wassergekühlte Bier schmeckte danach doppelt so gut. Für mich gabs dann eine Pause, ich sicherte nur noch Mispi einen Weg nach oben, schließlich wollte er gern ans Wandbuch.
gewaltige Wände
Die Frage stellte sich, ob man nun nach Hause fährt oder noch einen Weg macht. Am Teufelssteinmassiv sollte noch was Einfaches gehen – und es ging sogar recht gut. Um den Tag rund zu machen liefen wir über einen schönen Lehrpfad auf der anderen Seite des Baches zurück. Das war ein wunderbarer Weg gesäumt von Wildblumen, der plätschernde Bach glitzerte in der Abendsonne, alte Steinbrüche am Rande und immer wieder interessante Lehrtafeln. Da ließen wir es uns nicht nehmen noch einen Earthcache zu lösen. Zurück am Auto war das Wochenende vorbei, irgendwie kam es mir so vor wie Urlaub. Sicher werden wir diese Gegend noch einmal besuchen.
Eibenstocker Granit

wildromantisch


Klettern im Böhmischen Erzgebirge - 19.Juli

Angesagte Temperaturen von über 30 Grad, stehende Luft und drückende Schwüle…Da ergab sich die Möglichkeit ins Erzgebirge zu flüchten. Freitagabend war Treff und nach dem Einkauf ging es ab auf die Autobahn und in Richtung Silberbach(Stříbrná). Gegen dreiviertel Neun standen wir vor verschlossenem Camptor. Geöffnet nur nach Anmeldung von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Oh weh Fehlstart? Uns störte das gar nicht. Wir suchten einen Schlafplatz und dann einen Getränkedealer. Gemütlich klang der Abend aus. Am nächsten Morgen weckten uns Kettensägen um sieben. Ok die Schlafplatzwahl war suboptimal. Somit flüchteten wir erneut und fuhren nach Schwadenbach(Bublava) um Brötchen zu holen. In der Stadt auf einem Parkplatz frühstücken fetzt nicht, also zurück in die Berge und einen schönen Platz suchen. Wir trafen es besonders schön auf ca dreiviertel Höhe des Bleiberges ist ein Picknickplatz. 

Frühstück

Blick ins Tal

Blick aufs Dorf im Tal auf der einen Seite, auf die Berge auf der anderen Seite, über uns der Bleiberg mit seinen Skiliften. Da war gleich der nächste Schlafplatz gesichert. Ins Camp wollten wir nun nicht mehr. Nach einem gemütlichen Start in den Tag liefen wir erstmal hoch zum Bleiberg. Leider sind die Bäume mittlerweile so hoch das man keinen Rundumblick hat. 

Baude auf dem Bleiberg
Ein schneller Cachefund  und dann ab in Richtung Felsenstadt. Ein paar Meter in den Wald rein und uns umfing angenehme Luft, es wehte ein wenig und so waren die Temperaturen gut auszuhalten. Nach wenigen Minuten laufen legten wir die Rucksäcke ab und bestaunten die Kletterfelsen und entdeckten viele Gipfelbücher. Zuerst sollte es auf den Großen Hahn gehen. Mispi in gewohnt sicherer lässiger Art und Weise im Vorstieg und ich quälte mich mal wieder unter Schimpfen und Jammern hoch. Umso größer ist dann immer die Freude wenn man oben ist. Gleich gegenüber liegt der Kleine Hahn, also seilten wir auf der Seite ab und stapften diesen Gipfel hoch. Mispi entdeckte dabei noch einen Geocache, der stand eh auf dem Plan, aber so sparten wir uns das Daten sammeln. Da die Gipfel nicht allzu hoch sind, konnten wir einige bezwingen. Bei zwei Gipfeln gelang es uns sogar Jahreserste zu sein. Zwischendurch ruhten wir im Schatten aus und füllten die Energiereserven auf, schließlich ist es lange hell und wir wollten den Tag ausnutzen. 

Großer Hahn

irgendwie muss man ja wieder runter

Am Nachmittag ging es zum Katzenfelsen. Dort gibt es mindestens 20 verschiedene Wege rauf. Wir waren schon ziemlich geschafft, also legten wir erst einmal eine Matratze auf die Wiese und ruhten ein wenig. Upps eine Stunde rum. Na dann mal los. Hübsch mit einem Picknick- und Feuerplatz davor bot der Katzenfelsen einen schönen Anblick. Eine Runde sind wir drum herum gelaufen um die vielen nummerierten Wege anzusehen. Letztendlich bin ich ne Eins hochgelaufen, ehe mich Mispi noch einen anderen Weg hochjagte. Mal wieder in wunderbarer Teambildungsmaßnahme seilten wir nebeneinander ab. 

Katzenfels im Gegenlicht

Vorher hatten wir auf dem Gipfel noch die Daten für einen Multi gesammelt. Ich war am Ende meiner Kräfte, doch es ging weiter zur Fledermaus, schließlich sollte sich dort der Cache verbergen. Auch hier gab es einen entspannten Weg zu Fuß nach oben. Doch oh weh, wir brauchten das Seil. Als braver Seilknecht bin ich nach unten gelaufen und hab es geholt – zugegebener Maßen war dies das einzige Mal am Tag das ich Seilknecht war. Noch ein letztes Mal abseilen und dann packten wir zusammen. Hunger machte sich bemerkbar und wir steuerten zielstrebig eine Gaststätte an. Bei Braumeistersteak und Braumeistergetränk ließen wir diesen wunderbaren Tag ausklingen. Letztendlich zirpten uns die Grillen noch ein lautes Konzert zu einem Schlummertrunk auf dem Bleiberg.

wir hatten einen Menge Spaß